Großprojekt DITIB – Moschee in Norderstedt

Unter dem Titel „Norderstedt bekommt eine einzigartige Moschee“ veröffentlichte das Hamburger Abendblatt vergangenen Samstag (03.12.2017) einen Artikel, in dem über den geplanten Moscheeneubau der direkt am Rugenbarger Kreisel ansässigen und bei DITIB Nord organisierten Eyüp-Sultan-Moschee berichtet wurde.

Dieser Neubau, so der Artikel sei „in Form und Ausstattung spektakulär“.

Recht hat der Autor, denn bei Betrachtung des Architektenentwurfs von Selcuk Ünyilmaz sind Größe des Gebäudes, als auch die

zwei 21 Meter hohen Minarette

in der Tat als spektakulär zu bezeichnen. Es stellt sich nur die Frage, ob dieses Bauprojekt von der Gesamtheit der Norderstedter Bürger ebenfalls als spektakulär erachtet wird.

Denn wirklich spektakulär ist unter anderem die Tatsache, dass es seitens der Norderstedter Politik keine Diskussionen darüber gegeben haben soll, inwieweit DITIB sich tatsächlich an der Finanzierung der Kosten für den „Rohbau“ beteiligt haben könnte.

Auch wenn die Moscheegemeinde eine direkte DITIB-Finanzierung negiert hat, so wäre es die Verpflichtung der Verantwortlichen aus Stadtverwaltung und Politik, diesen Sachverhalt genauer zu prüfen und zu hinterfragen, zumindestens aber zu diskutieren. Nicht nur deshalb, da selbst die Bundesregierung die DITIB-Fördermittel in 2018 um 80 Prozent kürzen will, sondern auch vor dem Hintergrund, dass die Gemeinde laut Facebook-Beitrag vom 26. August 2017 augenscheinlich einen neuen Imam erhalten hat,  der nicht nur einen als weltoffen geltenden Imam ersetzte, sondern zudem direkt aus Ankara entsendet worden sei.

Die Frage der Finanzierung wirft zudem weitere Fragen auf. Die Baukosten betragen rund 4 Millionen € – und das nur für den Rohbau, so der Artikel. Welche weiteren Kosten fallen also für den Innenausbau und die Ausstattung an?

Haben die knapp 300 Gemeindemitglieder bisher im Schnitt ca. 13.300 € für den Rohbau gespendet, dürften weitere Einzelspenden in nicht unbeträchtlicher Höhe nötig sein, um Innenausbau und Ausstattung zu realisieren.

Insofern stellt sich die Frage, ob das Land Schleswig-Holstein oder aber die Stadt Norderstedt, Zuschüsse jedweder Art für dieses Bauprojekt zur Verfügung gestellt haben, stellen werden und wenn ja, in welcher Höhe und wer diese genehmigte.

Über unsere Landtagsfraktion wird diese Frage an die Landesregierung gestellt werden. Die Norderstedter Kommunalpolitiker fordern wir auf, mögliche finanzielle Zuwendungen in dieser Angelegenheit den Bürgern transparent und öffentlich zugänglich zu machen.

Spektakulär ist aber auch, dass das gesamte Vorhaben von „einer breiten Mehrheit der Norderstedter Kommunalpolitik“ getragen werde. Und das, obwohl die maximale Traufhöhe von 15 Metern um ganze 6 Meter überschritten ist, man aber hier aus „städtebaulichen Aspekten“ darüber hinwegsehe, da dies als „vertretbar“ angesehen wird.

Frontansicht Rugenbarger Kreisel

Bei einer Vor-Ort-Besichtigung lässt sich nur schwer vorstellen, dass diese beiden 21 Meter hohen Minarette und die Gesamtgröße des Gebäudes sich wirklich so harmonisch in das Umgebungsbild einfügen werden.

Rückansicht Rugenbarg

Was wohl die umliegenden Anrainer sagen werden?

Die Tatsache aber, dass die Norderstedter Stadtplaner die Bauherren zudem noch ermuntert haben sollen, das geplante Bauwerk ein wenig „mutiger“ zu gestalten, ist ein weiterer interessanter Aspekt. Sah der erste Entwurf vielleicht gar keine Minarette vor?
 
Sei´s drum. Es bleibt festzustellen, dass künftige Häuslebauer und Bauantragsteller sich sicherlich freuen werden, wenn das in der Stadt zuständige Dezernat demnächst ähnliche Maßstäbe für andere Bauprojekte anlegen wird und die Stadtverwaltung diesen besonderen Support künftig allen zugute kommen läßt.

Schauen wir uns nun aber einmal die geplante Flächennutzung etwas genauer an. Bereits am 8. Juni 2011 berichtete das Hamburger Abendblatt unter dem Titel „Ein Prunkstück der Architektur: Die neue Moschee der Zukunft“ von dem damals noch 2,5 Millionen € teuren geplanten Neubau.

Von den 1.300 qm Gesamtnutzfläche würden circa 350 qm (rund 25 %) als Gebetsräume genutzt, der Rest verteile sich auf Sportflächen, sowie Konferenz- und Veranstaltungsräume, als auch auf Gewerbebetriebe. Bei dieser Aufteilung darf und muss die Frage berechtigt sein, ob es sich um ein Veranstalktungszentrum mit Gewerbebtrieben handelt, oder aber um eine Gebetsstätte. Wozu also dann zwei 21 Meter hohe Minarette? Die Minarette, in denen zwei Windenergieanlagen betrieben werden sollen, werfen aber noch eine ganz andere Frage auf.

Was ist mit dem Muezzin?

Werden die Gläubigen im Rugenbarger Kreisel demnächst fünfmal täglich zum Gebet gerufen werden? Was wurde beantragt, ist seitens der Stadt eine Genehmigung erteilt und wenn ja, wie gestaltet sich diese?

Ob dieser sachlich offenen und nicht geklärten Fragen zur Finanzierung, der städtebaulichen Integration, der Nutzflächenverteilung, der baurechtlichen Situation kann und will ich mich nicht nahtlos in die schier endlose Begeisterung der Norderstedter Stadtplaner und der förmlich spürbaren Euphorie des Autors einreihen. Dieser Zustand ändert sich auch nicht durch den Facebook-Beitrag des SPD Kreisverbandes Segeberg, der im Zusammenhang dieses Bauprojektes von „wunderbar“ spricht und diesen Neubau als ein „Zeichen einer multikulturellen Stadtgesellschaft“ sieht.

„Sichtbar zu sein. Selbstbewusst zu zeigen, dass man angekommen ist in der deutschen Gesellschaft …“, so die ersten Zeilen des Artikels. Dieses Bauvorhaben zeigt, wie auch bereits die Großmoschee in Köln und viele weitere in Deutschland realisierte Projekte, welchen Anspruch der Islam mit seinen Moscheen auch baulich umsetzen möchte.

Was wäre es schön, wenn der christliche Glauben in islamisch geprägten Ländern dieselbe Fürsprache und dieselben Rechte hätte, wie der islamische Glauben in Deutschland es bereits hat und weiter einfordert.

Mir fällt in solchen Zusammenhängen immer wieder das Zitat des türkischen Präsidenten Erdogan von  einer Wahlkampfveranstaltung am 6. Dezember 1997 ein:

„Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

Erdogan wurde im Übrigen für dieses Zitat 1998 zu einer Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Es macht deutlich, wie dieser Mensch denkt und seinen Plan, den politischen Islam in Europa weiter zu verbreiten, mit Hilfe der türkischen Religionsbehörde  Diyanet auch bereits tatkräftig umsetzt.

Was denken die Norderstedter Bürger ? Wie ist Ihre Meinung?

Die AfD fordert: Neubau stoppen !

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Quellen

Norderstedt bekommt eine einzigartige Moschee – Hambuger Abendblatt vom 03.12.2017
Ein Prunkstück der Architektur: Die Moschee der Zukunft – Hamburger Abendblatt vom 08.06.2011
Der Bund hat Ditib den Geldhahn zugedreht – auch in Hamburg – Hamburger Abendblatt vom 14.03.2017

Was ist DITIB ?

© Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.
DITIB (Diyanet İşleri Türk İslam Birliği – Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.) – ist der deutsche Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet (Diyanet İşleri Başkanlığı).

8 Gedanken zu “Großprojekt DITIB – Moschee in Norderstedt

  1. Sehr geehrter Herr Waldheim,

    ich habe Ihren Beitrag aufmerksam durchgelesen. Zwar wirken Ihre fragen die Sie in raumstellen, sehr plakativ doch in gewissermaßen auch nachvollziehbar. Meine Nachvollziehbarkeit lässt sich dadurch begründen, das ich davon ausgehe, das Sie weder den Verein in Norderstedt noch meine Wenigkeit als Entwurfsverfasser kennen. Um Ihre fragen nähere aus „erster“ Hand beantworten zu können, würde ich mich sehr freuen, wenn ich Sie im Verein auf ein Kennenlernen-Tee Einladen dürfen.

    In der Hoffnung von Ihnen eine Bestätigung und Termin Vorschläge für einen gemeinsamen Tee-Genuss zu bekommen, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen und Wünsche Ihnen angenehme vor weihnachtliche zeit.
    P.S. bitte bei Antwort meine E-Mail verwenden. vielen Dank

    Architekt Selcuk Ünyilmaz

    • Sehr geehrter Herr Ünyilmaz,

      vielen Dank für Ihre Nachricht, die ich gerne beantworte.

      Ja, die Fragen mögen plakativ wirken, wie Sie aber richtig anmerkten, sind diese Fragen offen und nicht beantwortet. Insofern haben meines Erachtens die Bürger ein Recht diese beantwortet zu bekommen. Ob Sie diese beantworten müssen, oder die in der Stadtverwaltung zuständigen Stellen, ist sicherlich an dieser Stelle nicht zu klären.

      Gerne nehme ich Ihre Einladung auf einen Tee an, bin aber der Meinung, dass wir dieses Kennenlerngespräch an einem für beide Seiten neutralen Ort durchführen sollten.

      Weiter gehe ich bei einem Kennenlerngespräch davon aus, dass es ein Vier-Augen-Gespräch ohne weitere Beteiligte sein wird. Lassen Sie uns dazu gerne in der ersten Januarwoche treffen. Ich freue mich auf Ihre Vorschläge.

      Da Sie über die Kommentarfunktion meiner Webseite angefragt haben, wird dieser auch entsprechend mit meiner Antwort veröffentlicht, da ich in diesem Bezug Transparenz herstelle.

      Mit freundlichen Grüßen

      Christian Waldheim

  2. Sehr geehrter Waldheim,

    freue mich sehr über Ihre Antwort.
    Gerne können wir uns auch in einem neutralen Ort ohne weitere Beteiligte treffen.
    Ich kann Ihnen aber leider die zweite Woche im neuen Jahr, den 09.01 oder 10.01.2018 als Terminvorschlag anbieten. Wo und wann wir uns treffen wollen, überlasse gerne ich Ihnen.
    Aber bitte den Treffpunkt nicht veröffentlichen, ich denke das wäre im Interesse beider Seiten 🙂 

    Mit freundlichen Grüßen
    Selçuk Ünyılmaz.

    • Sehr geehrter Herr Ünyilmaz,

      ich bedaure, dass ich Ihnen erst hute auf Ihre Replik antworte, jedoch haben anderen Dinge in den letzten Wochen Vorrang gehabt.

      Die Terminplanungen bei mir sind derzeit nicht mit großen Vakanzen versehen, so dass ich unser Kennenlerngespräch vorerst auf Ende Januar verschieben möchte und ich hoffe, dass dies Ihre Zustimmung findet. Als Terminvorschlag meinerseits biete ich den 29. Oder 30.01. an.

      Ich freue mich über Ihre Nachricht und verbleibe

      mit freundichen Grüßen

      Christian Waldheim

  3. Und? Haben Sie sich jetzt getroffen? Wenn ja, was für Antworten auf die gestellten Fragen gibt es? Ich bin immer ein Freund von direktem Austausch unterschiedlicher Interessensgruppen und selbst erst einmal neutral bei dieser Thematik. Allerdings würde ich mir aus diesem Beitrag und den Kommentaren heraus jetzt eine Klärung der gestellten Fragen wünschen, sodass für alle Beteiligten und Betroffenen diese Fragen benatwortet werden und eine höchstmögliche Transparenz herrscht.

    Freundliche Grüße von einem interessierten Anrainer.

    • Guten Tag,
      bisher erfolgte kein Treffen, da sich die Kontaktperson bis jetzt nicht mehr zu einem Termin geäußert hat. Scheint owhl aufgrund des erteilten Bauantrages nicht mehr als notwendig erachtet zu werden.

  4. Guten Abend Herr Waldheim,
    Die führenden Parteien und die Stadt Norderstedt, haben diesem Bau zu gestimmt.
    Es ist den noch fraglich ob die Norderstedter es genau so sehen.
    Man hat sie natürlich nicht gefragt. Wozu auch … das wäre zu demokratisch!
    Ich hätte mir eine Volksbefragung gewünscht.
    Oder haben die Politiker vor der Meinung der Bevölkerung angst ?
    Es könnte ihnen vielleicht bewußt werden,
    dass sie am Volk vorbei registrieren….. das Volk gar ignorieren!
    Toleranz ist gut….Ignoranz nicht.
    Wie gedenken Sie gegen dieses Bauvorhaben vor zugehen.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Sehr geehrter Herr Foteinos,
      dass die Politik in vielen Angelegneheiten an den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger „vorbei“ regiert, ist nicht nur erst seit der sog. Flüchtlingskrise deutlich, sondern manifestiert sich auch an der Euro-Rettungspolitik, oder aber auch an vielen anderen wichtigen Entscheidungen, bei denen die Bürger dieses Landes sicherlich anders abgestimmt hätten, als es die politisch Verantwortlichen entschieden haben. Daher ist die AfD auch aktuell die einzige Partei, die direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild verbindlich im Grundgesetz verankert haben möchte. Die Aussagen der etablierten Parteien, die „Menschen würden die Zusammenhänge oft nicht verstehen“ und Infos könnten das Volk „verwirren“, ist eine Missachtung und Beleidigung des Souveräns dieses Staates – und das ist das Staatsvolk.
      Da die Baugenehmigung laut Presseberichten bereits erteilt sein soll, wird ein Vorgehen dagegen rechtlich nur schwer umzusetzen sein. Wir prüfen aber alle Möglichkeiten, dieses weitere vond er türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstützte „Demonstrationsobjekt der Macht und Größe“ in Norderstedt zu verhindern.
      Mit freundlichen Grüßen
      Christian Waldheim

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